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KI-Agenten im Mittelstand: Chancen, Risiken, Regeln

KI-Agenten beantworten nicht nur Fragen, sie erledigen Aufgaben: Termine buchen, Daten ins ERP übertragen, Anfragen beantworten. Laut einer Erhebung unter rund 700 Mittelständlern setzen inzwischen 16,6 Prozent solche Systeme ein. Was das für Berechtigungen, Haftung und Kennzeichnung bedeutet.

Der Begriff „Agentic AI“ bezeichnet KI-Systeme, die nicht nur Texte erzeugen, sondern mehrstufige Aufgaben selbstständig planen und ausführen: eine E-Mail lesen, den Auftrag im ERP anlegen, eine Rückfrage an den Kunden formulieren und den Vorgang dokumentieren. Die großen Softwareanbieter bauen solche Funktionen in ihre Standardprodukte ein; damit erreichen sie auch Unternehmen, die nie ein KI-Projekt geplant haben.

Wie verbreitet Agenten sind

Nach dem „KI-Index Mittelstand 2026“ des Softwareanbieters Salesforce, einer Befragung von rund 700 mittelständischen Unternehmen im März 2026, setzen 16,6 Prozent KI-Agenten ein; im Vorjahr waren es 8,7 Prozent. Als Motive nennen die Befragten Effizienz (54 Prozent), Produktivität (44 Prozent) und Kostensenkung (41 Prozent). Als Hürden gelten fehlendes Wissen (40 Prozent), Datensicherheit (32 Prozent) und Regulierung (27 Prozent). Die Studie stammt von einem Anbieter solcher Systeme; die Größenordnung deckt sich aber mit den Beobachtungen anderer Erhebungen.

Was sich gegenüber Chatbots ändert

Ein Chatbot, der eine falsche Antwort gibt, ist ärgerlich. Ein Agent, der eine falsche Bestellung auslöst oder eine E-Mail an den falschen Empfänger schickt, verursacht Schaden. Drei Fragen sind deshalb vor dem Einsatz zu klären:

Berechtigungen. Auf welche Systeme darf der Agent zugreifen, und mit welchen Rechten? Ein Agent sollte nie mehr dürfen als die Person, für die er arbeitet, und kritische Schritte (Zahlungen, Vertragsänderungen, Löschungen) sollten eine menschliche Freigabe erfordern.

Nachvollziehbarkeit. Jede Aktion des Agenten muss protokolliert sein: Was wurde wann auf welcher Grundlage getan? Ohne das ist weder Fehlersuche noch Haftungsklärung möglich.

Kennzeichnung. Wenn Agenten mit Kunden kommunizieren, greift die Transparenzpflicht der KI-Verordnung. Die Gegenseite muss erkennen können, dass sie mit einem KI-System interagiert.

Ein sinnvoller Einstieg

Bewährt hat sich ein Pilot mit einem klar abgegrenzten, häufigen und wenig riskanten Prozess, etwa die Vorsortierung und Beantwortung von Standardanfragen mit Freigabe durch eine Mitarbeiterin oder die Übernahme von Daten aus eingehenden Dokumenten in ein Zielsystem. Nach einigen Wochen lässt sich beurteilen, wie viele Vorgänge korrekt bearbeitet wurden und wie viel Zeit tatsächlich gespart wurde.

Was Sie jetzt tun sollten

  1. Prüfen Sie, ob Ihre Standardsoftware bereits Agentenfunktionen enthält und ob diese aktiviert sind.
  2. Legen Sie fest, welche Aktionen ein Agent ohne Freigabe ausführen darf.
  3. Sorgen Sie für Protokollierung und Kennzeichnung.
  4. Starten Sie mit einem Pilotprozess und messen Sie das Ergebnis.