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Custom GPTs werden abgeschaltet: Was Unternehmen bis Dezember umstellen müssen

OpenAI schaltet die selbst konfigurierten ChatGPT-Assistenten, die Custom GPTs, am 11. Dezember 2026 ab und ersetzt sie durch Plugins. Ein Umzugswerkzeug überträgt Anweisungen und Wissensdateien, eigene Aktionen, Freigaben und Modelleinstellungen aber nicht. Was Geschäftsführung und IT jetzt klären sollten.

OpenAI stellt die sogenannten Custom GPTs ein. Laut den Mitteilungen vom 10. und 11. September 2026 sollen die selbst konfigurierten ChatGPT-Assistenten am 11. Dezember 2026 abgeschaltet werden und aus dem GPT-Verzeichnis verschwinden. Nachfolger sind Plugins, die Anweisungen, Wissensdateien und angebundene Anwendungen bündeln. Der zugehörige Hilfeartikel nennt mit Stand 21. September für Enterprise-Konten zwei weitere Termine: Das Umzugswerkzeug soll ab dem 22. September 2026 bereitstehen, neue Custom GPTs lassen sich voraussichtlich ab dem 26. Oktober 2026 nicht mehr anlegen. Custom GPTs waren für kleinere Unternehmen der einfachste Weg, ChatGPT auf eigene Aufgaben zuzuschneiden: ein Assistent für Angebotstexte im Hausstil, einer für Fragen zum Mitarbeiterhandbuch, einer für Produktbeschreibungen im Onlineshop. Wer solche Werkzeuge einsetzt, hat knapp drei Monate für eine geordnete Umstellung und sollte sie nicht auf die letzten Wochen verschieben.

Was sich ändert

Ein Plugin ist nach der Beschreibung von OpenAI ein Paket aus bis zu drei Bestandteilen: Skills mit Anweisungen und Arbeitsabläufen, angebundene Apps, die auf externe Konten, Daten und Aktionen zugreifen, sowie Vorlagen, mit denen Administratoren solche Apps für den Arbeitsbereich einrichten. Ein Plugin kann auch nur aus Skills bestehen und benötigt dann keine App-Verbindung. Beim Umzug überträgt OpenAI nach eigener Darstellung die Anweisungen eines GPT in einen Skill, die hochgeladenen Wissensdateien in die Referenzdateien des Plugins und bereits verbundene Apps in das Plugin. Gestartet wird die Migration unter „Meine GPTs“, sobald die Funktion im jeweiligen Konto freigeschaltet ist. Im geplanten Ablauf für Enterprise-Konten dürfen der Ersteller eines GPT oder ein Administrator den Umzug auslösen.

Was nicht mitkommt

Für die Planung ist entscheidend, was die Migration nicht leistet. Erstens wird nur die zuletzt veröffentlichte Fassung eines GPT übernommen. Entwürfe und unveröffentlichte Änderungen gehen verloren, wenn sie vorher nicht veröffentlicht werden. Zweitens werden eigene Aktionen nicht übertragen, also Schnittstellen, über die ein GPT etwa ein CRM abfragt oder Daten an ein anderes System übergibt. OpenAI empfiehlt zu prüfen, ob eine vorhandene App die Aufgabe übernehmen kann. Andernfalls kann laut Hilfeartikel ein eigener MCP-Server nötig werden, was technischen Aufwand bedeutet. Drittens wandern Freigaben und Links nicht mit. Wer bisher Zugriff auf einen GPT hatte, erhält nicht automatisch Zugriff auf das neue Plugin. Viertens wird das im GPT eingestellte Sprachmodell nicht übernommen, und bisherige Unterhaltungen bleiben beim alten GPT, der bis zum Abschaltdatum weiter nutzbar ist. Bei den Terminen ist Zurückhaltung angebracht. OpenAI bezeichnet den 22. September ausdrücklich als Zielmarke und nicht als Zusage für jeden Arbeitsbereich, das Ende der Neuanlage am 26. Oktober als geplant. Beide Angaben beziehen sich auf Enterprise-Konten. Für alle Tarife verweist OpenAI auf die Mitteilung im jeweiligen Konto, die auch beim Abschaltdatum abweichen kann. Maßgeblich ist also, was in Ihrem Konto angezeigt wird.

Worauf Administratoren achten sollten

Mit dem Wechsel verschiebt sich die Steuerung. In ChatGPT Business sind Apps nach Angaben von OpenAI standardmäßig aktiviert, Administratoren können die Verfügbarkeit für den gesamten Arbeitsbereich ändern. In Enterprise- und Edu-Konten sind neue Plugins und Apps zunächst deaktiviert und müssen für die Migration freigegeben werden. Außerdem lässt sich festlegen, ob Mitarbeitende Plugins nur nutzen, mit Kollegen teilen oder im internen Verzeichnis veröffentlichen dürfen, und bei Apps, ob nur Lese- oder auch Schreibaktionen erlaubt sind. Der letzte Punkt verdient Aufmerksamkeit: Ein Plugin, das im Namen eines Mitarbeiters E-Mails versendet oder Datensätze ändert, ist etwas anderes als ein Assistent, der Texte formuliert. Die Überlegungen zu Berechtigungen, Protokollierung und menschlicher Freigabe aus KI-Agenten im Mittelstand: Chancen, Risiken, Regeln gelten hier unmittelbar. Dass die Freischaltung neuer Funktionen im Unternehmenskonto eine bewusste Entscheidung sein sollte, haben wir zuletzt bei GPT-6 Astra beschrieben. Bei der Datennutzung bleibt es bei der bisherigen Aussage: Inhalte aus ChatGPT Business, Enterprise und Edu, einschließlich der über Apps abgerufenen Informationen, verwendet OpenAI nach eigenen Angaben nicht zum Training seiner Modelle.

Was das für die Praxis heißt

Am Anfang steht eine Bestandsaufnahme. Halten Sie fest, welche Custom GPTs in Ihrem Unternehmen tatsächlich genutzt werden, wer sie erstellt hat, wer mit ihnen arbeitet und ob sie eigene Aktionen enthalten. Sichern Sie für die wichtigen GPTs die Anweisungstexte und Wissensdateien zusätzlich außerhalb von ChatGPT, etwa als Dokument im eigenen Laufwerk. So sind Sie unabhängig davon, ob die Migration im Einzelfall reibungslos läuft.Veröffentlichen Sie anschließend offene Entwürfe, migrieren Sie zunächst einen GPT als Test und vergleichen Sie die Ergebnisse von Plugin und altem GPT an einigen typischen Aufgaben. Weil das Modell nicht übernommen wird, können die Antworten anders ausfallen. Danach vergeben Sie die Zugriffe neu. GPTs mit eigenen Aktionen sollten Sie früh angehen, weil hier unter Umständen technische Unterstützung nötig ist. Neue Assistenten legen Sie besser gleich als Plugin an. Und bevor die ersten Plugins im Unternehmen kursieren, sollte feststehen, wer sie veröffentlichen darf und welche Apps schreibend zugreifen dürfen.
 

Quellen: OpenAI Help Center, „Custom GPT retirement and migration FAQ“, abgerufen am 21. September 2026; OpenAI Help Center, „ChatGPT release notes“, Eintrag vom 11. September 2026; OpenAI Help Center, „ChatGPT Business release notes“, Eintrag vom 10. September 2026; OpenAI Help Center, „Plugins in ChatGPT and Codex“ und „Admin controls, security, and compliance for plugins and apps“, beide abgerufen am 21. September 2026.